WiWö Sommerlager 2013

WiWö ·  · 06.07.2013 ·  , ,

Mit der Weltmaschine durch Bregenz und quer durch die Zeit…

Tag 1 – Sa, 6. Juli

Eine stattliche Anzahl WiWö wollte auch heuer unseren Jahreshöhepunkt nicht verpassen. Der Railjet 560 brachte uns dazu schnurstracks, ohne Umstiege und durch drei der längsten Eisenbahntunnel Österreichs bis ganz in den Westen Österreichs: nach Bregenz. Die viereinviertel Stunden dorthin wollten gut genutzt sein, ein erster Ablegemarathon lässt grüßen. In Bregenz angekommen wartete zum Glück schon Transporter Herbert um uns unserer Rucksäcke zu erleichtern und beim Bregenzer Pfadfinderheim wartete schon die nächste Überraschung:

Die Weltmaschine stand in Flammen! Eine große Explosion ließ Teile davonfliegen, ab sofort war sie nicht mehr kontrollierbar. Da konnten auch die wagemutigen WiWö-Feuerlöscher und die Expertise von Professor Maria nichts mehr helfen. Doch unser Masterplan sollte nicht lange auf sich warten lassen. Überraschenden und unkontrollierbaren Zeitreisen sollte mit entsprechend Vorbereitung begegnet werden. Schnell übten wir uns im Hieroglyphen schreiben, in Höhlenmalerei, Indianergeister beschwören, schottischem Baumstammweitwurf, römischen Kampf- und Exerziertechniken und auch mit der Zukunft beschäftigten wir uns. Denn wenn wir gut vorbereitet in diese Zeiten eintreten, können wir dort hoffentlich die verschwundenen Maschinenteile wieder finden…

So weit unsere Lagerstory. Daneben wurden am ersten Tag natürlich unserer Lagerregeln festgesetzt, beendet wurde er bei einigen Liedern am Lagerfeuer, gestört nur durch die traditionellen Sommerlager-Gelsen.

Tag 2 – So, 7. Juli

Nachdem uns die Machine ins Jahr 1704 gebeamt hatte (oje, diese Zeit war gar nicht bei unseren Vorbereitungen dabei), machte sich Herbert auf die Suche nach Anhaltspunkten und kam völlig erschöpft mit einer Flaschenpost zurück: Robinson Crusoe wollte von einer einsamen Insel gerettet werden, ein unbekanntes Teil stürzte vom Himmel und zerstörte sein Schiff, und jetzt saß er fest. Dank der beigefügten Karte wussten wir schnell, wohin wir mussten: auf die Mini-Insel Høy bei Lindau. Dass Lindau allein eine Reise wert ist, war dabei nur Nebensache. Und so konnte Robinson mittels Luftmatratzen sicher aufs Festland gebracht werden. Den restlichen Tag verbrachten wir am Bodenseeufer bei Badespaß, Slacklinen, ScoobyDoo-Bänder Knüpfen, Ablegen und Sonnen. Zurück in Bregenz beim Heim erfreuten wir uns am leckeren Gulasch, hielten erstmals unseren Weltmaschinen-Rat ab und spielten Verstecken im Dunkeln.

Tag 3 – Mo, 8. Juli

1978. Doch wer war dieser komische Sandler, der es sich vor unserem Heim in seinem Zelt gemütlich machte? Schnell entpuppte er sich als Reinhold Messner und eigentlich müsste es den WiWö peinlich sein, so jemanden mit einem Sandler zu verwechseln. Er war gerade dabei den Mt. Pfänderest (1064m) zu besteigen, Anrainern zufolge kam es nämlich dort an der Spitze zu einem mysteriösen Einschlag. Wir rochen natürlich Lunte und wollten ihm folgen. Was allerdings einige Zeit dauerte, war die Erkenntnis, dass es sich hierbei um eine echte Bergwanderung handelte und nicht um einen kleinen Spaziergang. Nach einigen kleineren und einer größeren Pause samt Abseilaction und mit eigentlich zunehmender Wandermotivation erreichten wir alle das Ziel an der Bergstation. Belohnt wurden wir oben mit einer grandiosen Aussicht über den Bodensee, Souvenirshops, einem Alpentierwildpark und natürlich einer deftigen Jause. Zum Glück dachten wir vor dem Runtergehen gerade noch an Reinholds Mission. Das fehlende Maschinenteil fanden wir bald nahe dem Gipfelkreuz. Runter gings dann übrigens mit der Bahn, nur die Härtesten wagten noch einmal den Fußmarsch. Zurück beim Heim entfachten wir eine abendliche Wasserschlacht und das Highlight des Abends war zweifelsohne die Megalasagne. Mahlzeit und gute Nacht!

Tag 4 – Di, 9. Juli

393. Vor oder nach Christus, das war hier die Frage. Der plötzlich in seidenem Gewand und mit Blätterkranz auftauchende Typ konnte das zwar auch nicht beantworten, er warf nur mit unverständlichen Wortfetzen herum, aber immerhin verriet seine Schriftrolle mehr. Zeus und Poseidon waren erzürnt, warfen sie in letzter Zeit doch öfters Blitze über das Land. Sie sollten wieder beruhigt werden durch die Abhaltung von olympischen Spielen, soweit die Botschaft. Also ab ins tolle Bregenzer Strandbad, mögen die besten gewinnen! Neben den olympischen Disziplinen gab‘s dort auch genug Zeit zum Ablegen von Sport- und Schwimmspezialabzeichen. Durch aufkommende Gewitterwolken mussten die Spiele zwar nach den Wasserbewerben unterbrochen werden, der folgende Regenguss (übrigens der einzige am Lager!) am Heimweg war aber auch ein Highlight für sich. Zuhause beim Heim wurde bald mit den Wiesenbewerben fortgesetzt, als finales Highlight standen die Wagenrennen auf dem Programm. Und ja, man glaubt es kaum: auch weitere Maschinenteile wurden wieder gefunden.

Tag 5 – Mi, 10.Juli

1791. Diesmal ließ sich wirklich kein Anhaltspunkt finden, in welcher Zeit wir schon wieder waren. Also trat Plan B in Kraft. Vortags schon von einigen von der Ferne bestaunt, wollten wir uns die berühmte Bregenzer Seebühne etwas genauer anschauen. Passend, dass wir noch zwei Halstücher zu verleihen hatten – für unsere neuen Pfadfinderinnen Sarah und Theresa war das sicher ein besonderer Platz. Doch plötzlich standen uns Papageno und Tamino höchstpersönlich, nur etwas rauschig gegenüber. Sie hatten etwas ausgefressen und wir mussten nun helfen, die auferlegten Prüfungen zu meistern. Der Schweigemarsch am Seeufer bereitete noch keine Probleme. Nach etwas Freizeit in der Stadt und Mittagessen zurück beim Heim wurde es aber schwieriger. Die Wasserprüfung (Wasserleitung von A nach B bauen) gelang erst im zweiten Versuch. Die abschließende Feuerprüfung war wieder einfacher. Doch was als Belohnung folgte, wurde eigentlich zur schwierigsten Aufgabe. König Sarastro ließ ein höfisches Dinner vorbereiten. Die Nugatknödel waren auch ausgezeichnet, doch an den Benimm- und Essensregeln scheiterten viele. Zum Glück konnten Kartentricks, Jakis (alias Papagena) Feuershow und die gute alte Herzblattshow Sarastros Gemüt besänftigen und so kam schlussendlich Papageno zu seiner Frau, Tamino zu seinem Thron und wir zu unserem (bisher größten) Maschinenteil!

Tag 6 – Do, 11. Juli

1375. Mittelalter. Der selbstgeißelnden Nonne wurde vom Schwarzen Ritter der Klosterschatz gestohlen, und dieser Schatz schien nicht alltäglich. Endlich wieder ein klarer Auftrag, für den wir uns vorbereiten konnten. So wurden am Vormittag alle (bastlerischen und rüstungstechnischen) Vorbereitungen getroffen um dem Schwarzen Ritter entgegenzutreten können. Um 16.00 erwartete er uns in der Bregenzer Oberstadt, vor dem Martinsturm. Es wurde ein kurzer, gnadenloser Kampf, denn gegen unsere zahlenmäßige WiWö-Übermacht hatte nicht einmal der Schwarze Ritter eine Chance. Aber es blieb nicht das einzige Abenteuer des Tages. Mitten beim Abendessen wurden wir auf einmal in die Zukunft gebeamt. Raumstationswärter A. Lu berichtete von einem mysteriösen Einschlag nahe der Weltraumstation am Gebhartsberg. Zu spät, um alle dorthin zu schicken. Schnell entschieden wir uns, nur die ältesten WiWö auf diese nächtliche Mission mitzunehmen. Was folgte, war wieder einmal eine stimmungsvolle Aktion mit unseren zukünftigen Überstellungskindern, mit idyllischem Schlafplatz, unzähligen Witzen und einigen Geschichten! Und ja, auch das Teil war schnell gefunden.

Tag 7 – Fr, 12. Juli

1894. Viel Besorgnis erregender als die Zeit war allerdings der Umstand, dass alle unsere Schuhe auf dem Baum vorm Heim hängten. Mogli konnte zum Glück schnell für Aufklärung sorgen. Die gefürchteten Banderlogs trieben im Dschungel wieder einmal ihr Unwesen. Wir mussten also Vorkehrungen treffen: Fallen Bauen, Tarnnetze und Unterschlupfe herstellen, Lianen schwingen, Knoten lernen, Feuer machen und Naturkunde-Stationen absolvieren. Einem Angriff entgingen wir zwar, aber da Mogli uns eine Maschinenteil in Aussicht stellte, verbrachten wir auch den restlichen Tag im Dschungel. Die Vorbereitungsstationen für die Disco standen ganz in dessen Zeichen, für die Abschlussverleihung (Gratulation an 8 erste Sterne, einen zweiten Stern und viele Spezialisten) wanderten wir zum Ratsfelsen und die Dschungeldisco selber war wieder ein voller Erfolg. Allerdings erst, nachdem mit der Anbringung des letzten Teiles unsere Maschine tatsächlich wieder zu leuchten begann! Abgefeiert wurde fortan zu allen Hits zwischen Gangnam Style, Disco Pogo, Hubert von Goisern und Rammstein, kurz vor Mitternacht fielen alle müde zum letzten Mal ins Bett.

Tag 8 – Sa 13. Juli

Der letzte Tag stand ganz im Zeichen des Saubermachens. Nachdem das beim Pfadfinderheim erledigt war, ging’s noch ein letztes Mal zum See, um auch Haut und Haaren etwas Gutes zu tun. Auf der langen Zugfahrt nach Hause herrschte schlussendlich großteils müdigkeitsbedingte Stille – bis zum Schlusskreis am Salzburger Bahnhof waren aber wieder alle soweit aufgepäppelt, um von den Eltern freudig empfangen zu werden.

Was bleibt ist wieder mal eine Woche voller intensiver Eindrücke, Erlebnisse, Erfahrungen, persönlichen Hochs und Tiefs, leckerem Essen, Gelsenpinkeln, Spaß, aufgekratzten und dreckigen Füßen, Lagerfeuergeruch am Gewand und vielem mehr!

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