Kommen sie nach Polen

RaRo ·  · 26.08.2007 ·  ,

das RaRo Sommerlager 2007

 

… zwischen Großstädten und abgelegenen Seen, Sandwüsten und verbunkerten Wäldern, zwischen Lagerluxus und angepissten Schlafsäcken.

 

Es war eine eindeutige Entscheidung im Herbst des Vorjahres: Nach vier Jahren im Süden und Südosten Europas zog es uns dieses Jahr in den Nordosten Polens. Etwas Anderes zu erleben, war das Ziel, eine mehrtägige Floßfahrt sollte dafür Sorge tragen…

Anders wurde es auch insofern, da uns Oli und Schu bei der Abfahrt zuwinken mussten und leider nicht mitfahren konnten. Umso stärker waren diesmal dafür die RaRo selbst vertreten, so machte sich eine Gruppe von 24 – nein, natürlich 25 – jungen Leuten auf den 15-stündigen, dafür billigen Weg quer durch Deutschland bis fast nach Stettin. Geschlafen wurde nämlich ob der erhofften Unterkunft noch im äußersten Osten Deutschlands. Das selbst ernannte „Hotel du Gare“ erfüllte unsere Anforderungen vollends, auch wenn sogar Decken nicht verhindern konnte, dass so mancher ziemlich nass wurde (Anm.: Insider wissen Bescheid).

Nun aber zur eigentlichen Reise: Richtig angekommen am Lager fühlten wir uns eigentlich erst am Ende des dritten Tages. Bis dahin hatten wir zwar schon so manche kleinere und größere Stadt nahe der polnischen Ostseeküste gesehen, waren aber mehr mit Bus- und Zugfahren sowie nassem Wetter beschäftigt. Angekommen waren wir in Leba, und dort gab es neben massig polnischem Halli-Galli-Tourismus einen netten Ostseestrand, gemütliche Nächte im Wald und vor allem riesige, wüstenartige Dünen im angrenzenden Nationalpark. Weiter ging es nach Danzig, in die alte, deutsch geprägte Hansestadt. Erinnernd an Arturs Vortrag in einer Heimstunde kann ich bestätigen: „Wahrlich ein Juwel“. Für uns auch deshalb, weil wir einen Platz in der sehr, sehr billigen Jugendherberge ergatterten (danke Klemi!) und somit zwei Tage gepäck- und sorgenfrei die Stadt erkundeten. Was folgte, waren Besuche in der überfüllten Marienburg, Hauptburg des deutschen Ritterordens und im ehemaligen fhq Wolfsschanze. Damit waren wir auch schon fast mitten in den Masuren. Die dreitägige Paddeltour wurde tatsächlich zum Erlebnis der anderen Art…sportlich, geprägt von ruhiger, idyllischer Seenlandschaft, gemütlichen Abenden und so manchen witzigen Problemchen mit dem Paddelpartner. Ausklingen ließen wir unseren Besuch in den Masuren, in deren Hauptstadt Olsztyn. Die letzten Tage nützten wir, um ordentlich Großstadtluft zu schnuppern. Zuerst ein Tag in Warschau, dann direkt mit dem Nachtzug nach Berlin, wo wir neben vielen kulturellen Eindrücken auch merkten, dass es in Polen wirklich ziemlich billig war. Außerdem konnten wir Oli begrüßen, der die letzten zwei Tage mit uns verbrachte. Und dann war es auch schon wieder vorbei.

Was blieb, waren sehr abwechslungsreiche Eindrücke, ein positives Feedback und der Rückblick auf zwei Wochen in einer wirklich sehr harmonischen Gruppe. Und für einige sogar die letzten in ihrer RaRo Zeit!

 

 

Die besten Schlafplätze in Polen
… wir hatten sie alle!

Moosboden

Ein unbeschreibliches Naturerlebnis. Schlafen sie wie auf Wolke Sieben inmitten eines Pinienwaldes in ruhiger Lage fernab von Tourismus und Strandbetrieb. Dazu gibt es Sternenpanorama und wenn sie nach erholsamer Nacht ausgeträumt haben weckt sie einer der tausenden, neunbeinigen Angestellten, die ihnen stets zu Diensten stehen, mit sanften Streicheleinheiten im Gesicht.

Bethlehemstall

Wir wickelten uns in Windeln und legten uns in eine Krippe. Für die rustikalen unter den Polenbesuchern besteht die Möglichkeit in uriger Atmosphäre, auf Stroh gebettet die Nacht zu verbringen. Allerdings sollte man die Windeln nicht vergessen, da sich mit dem vorhandenen Stroh kein gesunder Mensch mehr zudecken wollen dürfte. Zu unserer großen Enttäuschung blieb das dreiköpfige Geschenkskomitee aus.

Remise

Unser größtes Anwesen. Ein Muss für alle Eisenbahnromantiker: 80 m lang, 5 Gleise mit Reparaturgräben nebeneinander in stilvollem Eisenbahner Ambiente. Sie werden von der großzügigen Raumaufteilung begeistert sein, ebenso wie von der aufwendigen Lichtshow, die der geräumigen Herberge in Gewitternächten etwas sehr Mystisches verleiht. Aber Vorsicht nichts für Leute mit schwachen Nerven.

Hotel du Gare

Tradition verpflichtet. Und wieder ein Klassiker aus der Kategorie Eisenbahnromantik. Ein Hotel du Gare finden sie in fast allen Orten mit Eisenbahnanbindung. Es punktet mit einer äußerst zentralen Lage und der dadurch verbundenen, wohl besten Verkehrsanbindung, die man sich wünschen kann. Hier heißt es allerdings aufpassen, denn ein Dach über dem Kopf muss noch lange keine trockene Nacht bedeuten. Verlassen sie bitte jede Filiale der HdG Gruppe stets so sauber, wie sie sie vorgefunden haben.

Tischlers Garten

Es geht doch nichts über Gastfreundschaft. Man nehme eine erschöpfte Kanutruppe lege sie in einem kleinen Ort an einen zentralen Platz und warte darauf, dass sich die Einheimischen ihrer annehmen. Sprachbarrieren werden schnell überbrückt, teilweise sind sogar Dolmetscher vorhanden. Einem gemütlichen Abend mit Lagerfeuer steht nichts mehr im Wege. Parkplatz für Kanus ist in der Gastfreundschaft ebenso enthalten wie Benützung des Werkstattklos und umfassender Schutz gegen die neugierige Dorfjugend in Form von schweren Eisentoren.

 

 

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