RaRo SoLa 2014 – Belgien Ardennen

RaRo ·  · 11.09.2014 ·  ,

Heuer überkam die RaRo so starkes Fernweh, dass das Wurzl ’14 dieses Gefühl nicht sättigen konnte. Daher trafen sich am 30. August um 4:00 neun Reiselustige, bewaffnet mit Rucksack und wenig bis gar keinem Schlaf, in der Schalterhalle des Hauptbahnhofs, um einen Trip in das Land des Bieres – Belgien ist gemeint – anzutreten. Dort erwartete uns bereits Moneyboy – falls diese Persönlichkeit jemandem ein Begriff ist – um uns im letzten Moment noch eine gute Reise zu wünschen und ein Foto mit uns zu ergattern.

Erste Anlaufstelle auf der Lagerroute sollte das geschichtsträchtige Bastogne in den Ardennen werden. Dazu wurde, preisbewusst wie wir Pfadfinder sind, das deutsche Wochenendticket ausgereizt, womit wir bis nach Aachen in die Kaiserstadt gelangen konnten. Dort bei kurzem Aufenthalt den Kaiserdom begutachtet ging es auch schon weiter nach Lüttich und damit in die erste Stadt in Belgien, wo die Reise für eine Nächtigung unterbrochen wurde.

Frisch und munter erreichten wir am Sonntag Bastogne mit seinem eindrucksvollen Panzer (wohlgemerkt neben dem Riesenrad und dem Schlachtdenkmal das einzig beeindruckende in diesem Ort). Dieser Tag beinhaltete jedoch gleich das erste Highlight, eine Brauereiführung mit anschließender Bierverkostung in der Brauerei La Trouffete. Gelegen in einer unscheinbaren Halle auf einem Bauernhof, konnte diese Mikrobrauerei mit seinen verschiedenen Sorten von Blond bis Pale Ale alle Geschmacksnerven überzeugen. Auch der sympathische Bauer/Leiter des kulinarischen Ausflugs trug zu dem Ambiente nicht unwesentlich bei. Für die Gastfreundschaft, die sich unter anderem in einer gratis Fahrt zurück nach Bastogne zeigte, wurden kleine Ständchen von unseren Mädels zum Besten gegeben. Zurück in Bastogne und leicht angeheitert wurde die Reise dann auch gleich nach Houffalize fortgesetzt. Angekommen sprang uns hier gleich das imposanteste an dem Ort ins Auge, der Panzer (ja in den Ardennen scheint es eine Art Flatrate für alte Panzer pro Einwohnerzahl zu geben). Freundlich von einer Schulgarage für die Nacht beherbergt erwartete uns an Tag drei die erste Wanderung über 10km nach Nadrin, was der Nahverkehrsinfrastruktur mindestens in gleichem Maße zu verdanken ist wie unserer Wanderlust. Der Tag endete in etwas das man mit Zudrücken aller Augen als Dörfchen bezeichnen kann. Hier musste zur Essensbeschaffung für eine gemütliche Grillerei im Dorfpark sogar getrampt werden.

Die Entdeckungslust und dürftige Infrastruktur trieben uns dann doch früh morgens weiter nach La Rouche en Ardenne (hier bereits 2 Panzer) und damit die erste „Großstadt“ der Ardennen. An dieser Stelle muss einmal die Bäckerskunst Belgiens gepriesen werden, die uns jeden Tag mit neuem Backwerk zum Frühstück verzauberte. Von einfachen Croissants mit Schokoladeüberzug oder Vanillefüllung, über etwas das man in unserer Gegend als Golatsche bezeichnen würde (mit allen möglichen Früchtefüllungen) bis zum üppigen Punschkrapferl war hier alles zu finden. Als nächstes Highlight mussten wir unbedingt eine der zahlreichen Tropfsteinhöhlen besuchen, die alles andere als eine trockene Darbietung bot – ob man nun den Vortrag des Leiters der Führung oder die Höhle selbst betrachtet. Die Tage der ersten Woche vergingen auch danach weiter in diesem Schema. Schöne Orte, keine zu langen Aufenthalte pro Destination, jedoch auch keine Panzer mehr. Hier würde wohl das Zitat, welches man auf Berntis Postkarten immer findet gut zutreffen: „Essen gut, Wetter schön“. Herauszuheben sind vielleicht noch der Tag in Durbuy, der für einen Teil der Gruppe als Ausspanntag galt, während andere ihr Können im Airsoft und Go-Kart unter Beweis stellten, und der Tag in Dinant wo wir eine verlassene Grotte mitten im Ort unseren privaten Schlafplatz nennen durften.

Danach ging es jedoch von den kleinen Orten der Ardennen mit einem schlagartigen Szenenwechsel in die Hauptstadt Brüssel, wo sich unsere Gruppe trennte und nur mehr drei Teilnehmer eine zweite Woche in Anspruch nahmen. Die Verbliebenen besuchten unter anderem in Brüssel das Atomium bei Nacht, den kleinen Mannekin-Piss um die Ecke und das EU-Parlament. Auch eine Radtour in der internationalen Studentenstadt Gent durfte nicht fehlen, die mit ihrem innerstädtischen Schienensystem dem Radfahrer jedoch beträchtliche Schwierigkeiten einbringen kann. Ein abendliches Live-Jazz-Konzert und viele gute Biere später ging es dann weiter zum letzten Aufenthaltsort, dem schönen und trotzdem irgendwie langweiligen Brügge. Hier kann das Flair wohl damit beschrieben werden, dass unter Tags mehr Touristen als Einwohner die Stadt fluten.

Mit diesen drei großen Städten reichte es jedoch danach auch unseren letzten Reisenden, die per Zug nach Stolberg und von dort per Anhalter den Weg zurück nach Salzburg fanden. Fazit: Malerische Orte, vielfältige und außerordentlich leckere Biere, Essen für echte Genießer, tolle Erlebnisse und das ein oder andere Kilo mehr auf den Hüften, das ist der bleibende Eindruck des Belgienlagers 2014 unserer RaRo.

Markus

 

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